Allgemein Blog Mensch - Hund Beziehung Training & Gehorsam

Wie das Zusammenleben mit Kindern und Hund gelingt und wie alle davon profitieren

Du stellst Dir die Frage, ob es ratsam ist einen Hund in die Familie mit Kindern aufzunehmen?

Du willst wissen, was es dabei zu beachten gibt und worauf es ankommt, damit alle Beteiligten (+Hund) davon profitieren?

Der Hund lehrt den Menschen, das gilt natürlich auch für kleine Menschen 😉

Immer wieder lese ich von Eltern die Fragestellung, ob es ratsam ist einen Hund in den Familienverbund in dem auch Kinder bzw. Kleinkinder leben aufzunehmen und auch öftermal wird gefragt, welche Rasse sich denn am besten mit Kindern verträgt.

Ein Hund wird eine Bereicherung für Dich und das Leben Deiner Kinder sein – Wenn Du Dir über die Unterschiede von Hund und Mensch bewusst bist und dies Deinen Kindern von Baby an vermittelst!

Jeder kennt sie, die Fernsehwerbung der harmonischen Familie mit jungen und glücklichen Eltern, 2 lachenden Kindern, großer Familienkombi und der knutschige freilaufende Bordercollie im Gepäck, der sich von den Kindern kuscheln und anweisen lässt. Alles harmonisch, alles wie im Bilderbuch, aber nicht fern der Realität. Denn so kann bzw. wird es sein, wenn Mensch und Führer ein paar grundlegende Dinge richtig macht und beachtet.

Auf der anderen Seite, begleiten einen die fast wöchentlichen Zeitungsberichte über Vorfälle, bei denen Hunde Kinder verletzen und es leider manchmal auch einen tragischen Ausgang gibt. Eine traurige Tatsache und ein Faktum, bei dem der Mensch im Einhalten von wesentlichen Regeln versagt hat.

Es ist gut und wichtig, sich mit Gedanken dem Thema zu nähern, man sollte sich jedoch nicht auf die „falsche Fährte“ zur Entscheidung in der Diskussion lenken lassen in der es hauptsächlich um das Thema „welcher Hund der richtige ist“ geht. Viel wichtiger ist es, sich allgemein mit dem Wesen von Hunden auseinanderzusetzen um dieses Tier zu verstehen und die Rasse erstmals ausser acht zu lassen.

Folgende Dinge solltest Du über Hunde wissen und verstehen:

  • Wie lebt ein Hund im Rudel?
  • Wie funktioniert die Hierarchiebildung?
  • Wie kommunizieren Hunde?
  • Welche Bedürfnisse haben Hunde?

Ein Hund ist ein lebendes Wesen, ein sozialer Partner des Menschen mit eigenen Bedürfnissen, instinktiven Verhaltensritualen und Berechtigungen. Er ist kein Stofftier ohne Lebensdrang.

Schritt 1: Du musst lernen und Regeln definieren

Bevor ich mich vor dem Einzug unseres Hundes bei uns zu Hause intensiv damit auseinander zu setzen begann wie ich das Zusammeleben mit dem Hund und der Familie „handhaben“ wollte, dachte ich schon alles über Hunde zu wissen. Ein Trugschluss, den ich relativ schnell bemerkte, je tiefer ich in die Tiefen der tlw. wissenschaftlichen Literatur über Hunde, deren Herkunft und Verhaltensweisen eintauchte. Immer klarer wurde mein Bild, dass es sich um ein faszinierendes Wesen handelt, welches zum einen so grundsätzlich verschieden funktioniert wie der Mensch und zum anderen die menschliche Nähe sucht und ihn so sehr braucht um zu leben.

Empfehlung

Lesen, lesen, lesen …. was immer Du über Hunde in die Finger bekommst, gilt es zu lesen und für Dich zu ordnen. Vertraue nicht auf eine einzelne Meinung, sondern mache Dir ein Bild über das Gesamte.

Ein Hund will entsprechen, die Herausforderung besteht darin, ihm verständlich zu machen was man von ihm will.

Meine Hunde Regel 1: Die Hierarchie in der Familie

Beim Eingliedern in das „menschliche“ Rudel bekommt der Hund die unterste Hierarchieebene, unter den Kindern. Hast Du vor einen Welpen einzugliedern ist das wahrscheinlch einfacher, als wenn Du einen ausgewachsenen Hund einziehen lässt. Stelle die Kinder in der Reihenfolge beim Ein- u. Austreten in Räume voran, der Hund kommt immer zum Schluss. Dasselbe ist auch beim Begrüßen und beim Füttern zu beachten.

Meine Hunde Regel 2: Grenzen setzen, eingreifen

Dulde kein pöbeliges Verhalten des Hundes, auf keinen Fall Korrekturen (Flätschen, „agressives Knurren“ oder gar Kontakt mit dem Fang (Zähne) durch den Hund am Kind oder Menschen – NIE.

Meine Hunde Regel 3: Der Hund hat ein Recht auf Ruhe

Schaffe einen Rückzugsort (Box, Ecke, Decke, etc.) im Wohnbereich und akzeptiere diesen als Ruheort Deines Hundes. In diesem Bereich gilt es, den Hund in Ruhe zu lassen. Der Bereich ist für Deine Kinder tabu!

Meine Hunde Regel 4: Finde heraus und beobachte, wie dein Hund vom Menschen berührt werden will und wie nicht

Jeder Hund ist unterschiedlich. Wenn Du nun bereits viel über Hunde gelesen hast, so wirst Du auch bereits wissen, dass beispielsweise das Streicheln am Kopf für den Hund sehr intim ist. Manche Hunde haben es von vornherein trotzdem gerne, manche fühlen sich nicht wohl dabei. Versuche seine „Eigenheiten“ herauszufinden und berücksichtige sie im Umgang bei den Streicheleinheiten.

Meine Hunderegel 5: Umarme Deinen Hund nicht

Auch wenn es schwer fällt und es für uns Menschen einfach wunderschön ist, seine Liebe zu umarmen, vermeide es bei Deinem Hund (schafft man leider nicht immer ;-)). Eine Umarmung ist dominant und es gilt das gleiche wie bei Regel 4 – Sensibilität und Respekt ist wichtig. Gerade die Kinder sollen das nicht tun, es kann später, wenn der Hund ausgewachsen ist zu Korrekturen durch den Hund an Kindern kommen. Wenn nicht bei den eigenen Kindern, dann bei fremden Kindern.

Meine Hunderegel 6: Trage Deinen Hund nicht herum

Stofftiere trägt man herum, Hunde nicht. Viele Probleme mit Kindern und Hunden entstehen dadurch, dass die Kinder den Welpen herumgetragen haben. Der Welpe kann sich dagegen nicht zur Wehr setzen, der erwachsene Hund schon. Siehe Begründung zu Regel Nr. 5.

Schritt 2: Du musst Deine Kinder lehren und heranführen

Je kleiner die Kinder sind, desto weniger werden sie verstehen, warum sie mit dem Hund nicht tun dürfen, was sie mit ihren Stofftieren machen. Darin liegt eine besondere Herausforderung des erwachsenen Hundeführers, das Setzen von Regeln wie die Kinder mit dem Hund umgehen sollen.

Bei Babys gilt: Hund und Baby sind nie alleine in einem Raum. Nie. Es ist darauf zu achten, dass sich der Hund nie bedrängt fühlt vom Baby, dass es aber trotzdem eine Nähe und Berührung zwischen beiden gibt.

Je älter die Kinder sind, desto besser kann man ihnen erklären, worauf es bei Hunden ankommt. Erkläre Ihnen auf einfache Art welche Regeln es gibt und lebe es ihnen vor. Übe mit Deinen Kindern das richtige Kuscheln, das richtige Spielen und das richtige Umgehen mit dem Fellpartner.

Gehe alles langsam an, lasse Deine Kinder (zumindest anfangs) nicht alleine mit dem Hunden agieren (Garten, etc.).

TIPP: Versuche in spielerischer Art gemeinsam mit Deinen Kindern den Hund „zu lesen“. Setzt Euch zum Beispiel in Distanz zum Hund gemeinsam hin und beobachtet ihn. Wie hält er die Ohren, wohin schauen die Augen, wie groß sind die Augen, wo ist die Rute etc. etc.. Dann versucht zu raten, was die Beobachtungen wohl zu bedeuten haben.

Schritt 3: Der Hund muss die Regeln akzeptieren

Ja, auch der Hund muss etwas beitragen ;-). Dazu bereits oben „Meine Hunde Regel Nr. 2“: Dulde keine Korrekturen durch den Hund am Menschen und den Kindern. Dabei meine ich Flätschen, Schnappen. Korrigiere solche Verhalten prompt (unmittelbar) beim Eintreten dieser.

Wichtig: Knurren ist keine Korrektur durch den Hund am Menschen. Es ist seine Sprache und heißt „Lass das“ oder „das will ich nicht“. Es ist somit in Ordnung und nicht zu korrigieren.

Die Korrektur des Hundes eines nicht gewünschten Verhaltens hat prompt zu erfolgen und sie macht zu spät keinen Sinn. (2 Sekunden Regel)

Wie die richtige Korrektur zu erfolgen hat, werde ich in einem eigenen Beitrag beschreiben.

Mein Fazit

Wer sich entschließt einen Hund in seine Familie mit Kindern aufzunehmen und ein paar entscheidende Punkte beachtet bereichert das Leben seiner Kinder, sein eigenes und das des Hundes.

Kleine Kinder, die frühzeitig mit einem Hund zusammen beginnen aufzuwachsen, bekommen einen „Lehrer“ auf 4 Pfoten, der zwar eine andere Sprache spricht, der ihnen aber Empathie, Rücksicht und Verantwortungsbewusstsein näher bringt wie kein anderer es schafft.

Schlussendlich werden alle von einander profitiere. Wenn Deine Kinder die Erfahrung machen dürfen, wie erfüllend es ist mit einem Hund aufzuwachsen, bin ich mir sicher, dass sie dieses Erlebnis auch ihren Kindern ermöglichen werden 😉

Viel Spaß und Erfolg wünscht Dir und Deinen Kindern, Euer Haro

2 Kommentare zu “Wie das Zusammenleben mit Kindern und Hund gelingt und wie alle davon profitieren

  1. Christoph Barta

    Wirklich gut beschrieben und sehr informativ!

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: