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Der Weg zum eigenen Hund und wie es eine bereichernde Partnerschaft wird – für ALLE!

Du überlegst einen Hund zu nehmen? Du fragst Dich was es zu berücksichtigen gibt? Du weißt nicht worauf es ankommt und was zu beachten ist?

In diesem Beitrag möchte ich Dir von meinem Weg zum Hund erzählen und Dir von meinen Erfahrungen berichten, die meiner Meinung nach entscheident sind, wenn Du mit dem Gedanken spielst einen Hund bei Dir einziehen zu lassen.

Der lange Weg zur Entscheidung

Viele Jahre hat mich meine Frau bearbeitet ein Tier für die Kinder in die Familie aufzunehmen.

Es ist doch so etwas Wertvolles mit einem Tier zusammen aufzuwachsen! 

war das Argument

Auf der Liste der Vorschläge welches Tier in Frage käme und welches auch zu unserer Lebenssituation passt standen Vögel, Hasen, Hamster, Meerschweinchen und auch ein Hund.

Die Kinder waren gerade einmal 4 und 6 Jahre alt, als dieses Vorhaben immer wieder besprochen wurde. Bis auf den Hund hatte ich zu keinem der Wunschkanditaten eine emotionale Beziehung und konnte mir nicht vorstellen, dass bei den Kindern lang anhaltendes Interesse dafür bestünde. Ich fürchtete, das würde sich dann direkt auf mich und meine Frau auswirken, denn irgend jemand müsste sich ja um das Überleben des neuen Einwohners kümmern. Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, mit Hingabe den Hamsterdreck jeden Tag aus einem Käfig, der tagsüber scheinbar unbewohnt erscheint, herauszuputzen.

Es war somit das ganze Thema für mich abgehakt, bis auf den Hund war von vornherein alles ausgeschlossen und einen Hund als drittes Kind zu versorgen war überhaupt keine Wahl. Ich wusste beim Hund wovon ich spreche (das glaubte ich zumindest), denn schließlich war ich mit Hunden aufgewachsen. In meiner Elternfamilie waren immer ein, zwei oder drei Hunde die meine Eltern führten und durch das Leben begleiteten.

Es schien mir schon damals als Kind so, als würde man sein ganzes Leben nach dem Hund ausrichten, denn mein Vater fuhr nicht mehr mit auf Urlaub, seit der erste Hund einzog.

Die Monate vergingen und immer wieder redeten wir darüber, bis ich mich ernsthaft damit auseinanderzusetzen begann, was es konkret für unser Leben bedeuten würde, einen Hund aufzunehmen. Viele Fragen überkamen mich, die meiner Meinung nach Wichtigsten die man sich vor Anschaffung eines Hundes stellen sollten sind:

  • haben wir genug Zeit für den Vierbeiner? Wie lange müsste er alleine bleiben?
  • wer geht mit ihm spazieren? Wie oft müssen wir spazieren gehen?
  • wie würden unsere Urlaube in Zukunft aussehen?
  • Sind die Kinder alt genug um den Umgang mit einem Hund zu erlernen?
  • auf welche Dinge müssten wir verzichten wenn wir einen Hund haben? Wie würde sich unser Leben verändern?
  • wie könnte ein Tagesablauf mit Hund aussehen?
  • wie viel kostet ein Hund im Monat? (Futter, Hundesteuer, etc.)
  • Ist unser Auto groß genug für eine Hundebox?
  • Was würden die Nachbarn zu unserem Hund sagen?
  • Was erwarten wir uns von dem Hund, wie würden wir uns das Zusammenleben vorstellen?
  • würden wir einen Welpen haben wollen oder einen Junghund? Oder einen erwachsenen Hund in Not?
  • Soll er vom Tierheim sein? Hätte das Nachteile?
  • Was kostet ein Hund vom Züchter?
  • Für den Fall, dass wir keine Zeit haben, könnte jemand den Hund kurzfristig betreuen?

Es war durchaus wichtig, diese Fragen zu stellen um ein klares Bild darüber zu erlangen, was es bedeuten würde einen Hund aufzunehmen. Dabei kristallisierten sich als Hauptfaktoren für die Entscheidung folgende Fragen heraus:

Wie lange müsste der Hund alleine bleiben?

Nachdem ich einen Vollzeit Job habe und meine Frau 2 volle Tage in der Woche arbeitet, war die Bedingung, dass er 2 Tage in der Woche für rund 6 Stunden alleine sein muss. Dieser Umstand schien uns akzeptabel, denn in einer Familie mit Kindern ist permanent viel Trubel, da ist es gut für den Hund auch Tage zu haben, die ruhig und entspannt sind.

Wie würde sich unser Leben verändern, wenn wir einen Hund haben?

Wir betrachteten unsere Art zu Leben genauer. Dabei stellten sich wieder ein paar zusätzliche Fragen:

  • wohin fuhren wir die letzten Jahre auf Urlaub?
  • welche Art Urlaub zu machen gefällt uns am meisten?
  • haben wir Träume und Sehnsüchte die wir uns unbedingt erfüllen wollen?
  • welche Hobbies sind uns besonders wichtig?
  • was ist uns wichtig im Leben?

Unsere Antworten auf diese Fragen, zeigten uns, dass wir unsere schönsten Urlaube beim Camping und Paddeln erlebt haben. Unser Leben ist auf die Familie und das Zusammensein ausgerichtet. Es waren keine Träume und Sehnsüchte im Gespräch, bei denen wir uns nicht vorstellen konnten, dass ein Hund ein Hindernis für uns darstellen würde diese zu verwirklichen.

Unsere Entscheidung nach den Überlegungen:

JA! Wir wollen einen Hund!

JA! Das funktioniert!

JA! Wir nehmen einen Hund!

In 4 Schritten zum eigenen Hund

Schritt 1: Entscheidungsfindung

Vor Treffen der Entscheidung ist es wichtig sich und seiner Familie Zeit zu nehmen und den Gedanken reifen zu lassen. Mit offenen Augen und Ohren durch den Alltag zu gehen und sich die aufkommenden Lebenssituationen vorzustellen, wie diese mit Hund aussehen würden. Versuche die wichtigsten Fragen (siehe oben) für Dich und dein Umfeld zu beantworten. Überlege Dir ob du genug Zeit für einen Hund hast, ob du kompromissbereit bist und vorallem wie du dir das Zusammenleben vorstellen würdest.

Wenn Du jetzt zum Punkt gekommen bist, das ein Hund in Dein Leben passt, so bist Du einer großen Lebensbereicherung eine riesen Schritt näher gekommen!

Schritt 2: Auswahl des Hundes

Mischling, Rassehund, Hund „in Not“ aus dem Ausland, Straßenhund?

Jeder Hund ist einzigartig, hat einen eigenen Charakter und eine eigene Persönlichkeit. Wichtig ist, sich nicht aufgrund des Aussehens auf eine Rasse festzulegen. Viel mehr muss Du Dir überlegen, was Du mit dem Hund gerne machen würdest und welche Dinge sind Dir wichtig? Folgende Überlegungen kannst Du anstellen:

  1. Willst Du Sport mit ihm machen? Wenn ja, welchen Sport?

    Beispiele:
    – Zughundesport (Canicross, Dogscooting, Dogbiking, etc.
    – Laufen ohne Zug
    – Discdogging
    – Mantrailing
    – Hundesport wie Obedience, Begleithundeprüfungen
    – Agility
    – etc.
  2. Willst Du einen gemütlichen Couchhund oder einen für die Handtasche, soll er agil und sportlich sein?
  3. Soll er gerne ins Wasser gehen?
  4. Muss er heisse Temperaturen gut vertragen?

    etc. etc. … 😉

Wenn Du nun eine klarer Vorstellung davon hast, welche Dinge Deinen neuen Lebensbegleiter erwarten, fällt es leichter einzugrenzen welche Hunde (+woher) in Frage kommen. Bei Rassehunden sind gewisse Grundcharakteristika vorhanden und vorhersehbar, was ein gewisses Risiko ausschließt, dass der Hund sich nicht für Dich eignet oder das er gar unglücklich in seinem „neuen“ Leben ist.

Für mich war es klar, dass ich mit meinem Hund arbeiten möchte, mich zusammen mit ihm entwickeln möchte und jeden erdenklichen Sport mit ihm ausprobieren möchte. Aufgrund meiner beiden Kinder war es mir wichtig einen Hund aufzunehmen, der noch keine Erfahrung mit Menschen gemacht hat. Dies hat zum Vorteil, dass Du ihn und die Kinder gemeinsam „aufbauen“ kannst. Es liegt dann in Deiner Hand und an Deinem Engagement (welches Wissen Du Dir über Hunde aneignest) wie harmonisch die Beziehung im Familienverbund funktionieren wird.

Sehr oft höre ich von Hundebesitzern, dass sie ihren Hund „gerettet“ haben, von der Straße aus irgendeinem fernen Land. Ich bin der Meinung, dass man hier pauschal nicht von Rettung reden kann. Hunde auf der Straße sind nicht unglücklich, sondern sie leben oftmals freier als Hunde in unserer Zivilisation. Wenn man sichergestellt Gutes tun möchte, so ist der Hund aus dem heimischen Tierheim vorzuziehen. Dabei gilt es sich auch nicht vom Aussehen leiten zu lassen. Viel Wichtiger ist das „Austesten“ des Charakters und der Vorerfahrungen des Heimhundes. Ziehst Du einen Tierheimhund in Erwägung so nimm Dir Zeit ihn kennenzulernen, besuche ihn öfters und vereinbare eine Probezeit zu Hause. Entscheide Dich erst für ihn, wenn Du so gut wie sicher bist, dass er zu Dir und Deiner Familiensituation passt.

Schritt 3: Bevor der Hund einzieht

Gute Vorbereitung ist die halbe Miete!

Bis jetzt hast Du alles richtig gemacht, gut überlegt und gut entschieden, bisher aber alles Theorie 😉

Es wird nun bald Ernst und Dein neuer Lebensbegleiter zieht ein. Das kannst Du Dir etwa so vorstellen, dass bald ein Fremder bei Dir einzieht, der Deine Sprache nicht spricht, den Du nicht verstehst und der Dich nicht versteht. Von ihm verlangst Du aber unmittelbar Deine Regeln einzuhalten und Deinen Lebensrythmus zu akzeptieren.

Für Dich gilt es nun vorab zu lernen, welche Unterschiede zwischen Mensch und Hund es gibt, welches Wesen Hunde haben, welche Regeln Hunde instinktiv befolgen und vorallem – meiner Meinung am Wichtigsten – wie Hunde kommunizieren.

Dazu gibt es zahlreiche Bücher die Dich gut darauf vorbereiten. Mein persönlicher Buchtipp ist „Das andere Ende der Leine“ von Patricia B. McConnell.

Viele Menschen in meinem Umfeld ließen Schritt 3 bei der Anschaffung ihres Hundes aus und es kam immer wieder zu Problemen, zu Unzufriedenheit und zur späten Erkenntnis, das in erster Linie nicht der Hund lernen muss, sondern der Mensch.

Denk immer daran: nicht nur der Hund muss lernen, viel mehr muss es der Mensch!

Denk daran, wenn es nicht so klappt, wie Du es Dir vorstellst!

Schritt 4: Arbeite an der Beziehung

Juhu! Dein neuer Begleiter ist eingezogen! Du weißt auch schon viel über Hunde, ihre Eigenarten und ihre Kommunikation!

Jetzt geht es los und damit ist nicht unbedingt die Hundeschule gemeint. Versuche Dich nicht auf Gehorsamkeitstraining zu konzentrieren, arbeite an der Bindung. Sie ist der Schlüssel zu allem was Du in Zukunft mit Deinem Hund machen möchtest. Wenn Du die Bindung richtig aufbaust (egal ob Welpe, Hund aus Tierheim etc.), dann wird Dein Hund das tun was Du von ihm verlangst, er wird Dir vertrauen und er wird Dich mit Aufrichtigkeit als seinen „Alpha“ akzeptieren!

Zu guter letzt diese Beitrages möchte Ihr Dir viel Erfolg wünschen und auch wenn es eine Entscheidung gegen die (jetzige) Aufnahme eines Hundes ist, so ist es die Richtige – für Dich und den Hund. Was jetzt gut überlegt nicht passend erscheint, ist vielleicht in naher Zukunft genau das Richtige!

BINDUNG ist der SCHLÜSSEL zu ALLEM was Du in Zukunft mit Deinem Hunde machen möchtest!

Viel Erfolg, Dein Haro

PS: Nicht der Mensch lehrt den Hund, der Hund lehrt den Menschen“

Freue Dich darauf!

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